Mikrochirurgie

Mikrochirurgie

Wann und wie werden mikroskopisch-chirurgische Maßnahmen notwendig?

Sollten trotz einer lege artis durchgeführten Wurzelbehandlung weiterhin Symptome bestehen, ist es möglich, dass der Zahn ein nichtlokalisiertes Kanalsystem bzw. eine persistierende Infektion aufweist. In diesem Fall kann durch einen chirurgischen Eingriff die Ursache des Problems gefunden und behandelt werden.
Manchmal sind Kanalsysteme aufgrund ausgeprägter Verkalkungen oder iatrogener Fehler nicht mehr optimal zu reinigen und zu füllen. In diesem Falle kann die Wurzelspitze entfernt, der Kanal vom Ende her mit feinsten Ultraschallspitzen sorfältigst aufbereitet, gereinigt und anschliessend mit einer retrograden Füllung perfekt versiegelt werden. Jeder einzelne Arbeitsschritt wird hierbei unter mikroskopischer Kontrolle ausgeführt. Neben dem eigentlichen chirurgischen Eingriff erfolgt also gleichzeitig eine endodontische Behandlung des Wurzelkanals.

  • Entzündungsprozeß im Kieferknochen
  • unterfülltes, infiziertes Wurzelkanalsystem
  •  Guttapercha
  •  Wurzelstift
  •  Krone


Präparation eines Zugangs zum Entzündungsprozeß an der Wurzelspitze,
Entfernung des Entzündungsgewebes.

  •  aufgeklapptes Zahnfleisch


  •  Retrograde Wurzelendfüllung
  •  Verschluß des Zahnfleischlappens mit Naht


  •  Endsituation mit ausgeheiltem Knochengewebe

Wenn immer möglich wird zunächst versucht, über eine Wurzelbehandlungsrevision die Ausgangslage zu verbessern. Im Anschluss daran kann dann gezielt und erfolgssicher chirurgisch interveniert werden.
Chirurgische Endodontie (Wurzelspitzenresektionen) ist heute ohne den Einsatz des Operationsmikroskops sowie speziell entwickelter, mikrochirurgischer Instrumente nicht mehr vorstellbar. In der Literatur wird auf eine 50%-ige Misserfolgsrate bei diesen Eingriffen verwiesen.
Gewiss liegt einer der Hauptgründe für die Misserfolge in der Tatsache begründet, dass die Austrittspforten des Wurzelkanalsystems während der chirurgischen Behandlung nicht versiegelt werden. Dies hängt meist unmittelbar mit einer suboptimalen Ausleuchtung und Vergrösserung des Arbeitsfeldes, veralteten Behandlungstechniken sowie unzureichenden Kenntnissen der Pathophysiologie endodontischer Erkrankungen zusammen.

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© Copyright - Dr. Oliver Pontius