Logo Endodontologe Dr. Pontius

Hilfe Zahnunfall

Verletzungen des Zahnhalteapparates
(Zahnfleisch, Wurzelhaut, knöchernes Zahnfach)

Concussion

Trauma am Zahnhalteapparat, ohne signifikante Lockerung oder Verschiebung des Zahnes in seinem Zahnfach, jedoch deutliche Aufbissempfindlichkeit.
Therapie: Kontrolle auf okklusale Störungen! Zahn beobachten, regelmäßige Vitalitätsproben!

Subluxation

Trauma am Zahnhalteapparat mit deutlicher Zahnlockerung, jedoch ohne Verschiebung des Zahnes in seinem Zahnfach.
Therapie: siehe Concussion!

Extrusive Luxation

Partielle Verschiebung des Zahnes aus seinem Zahnfach heraus.
Therapie: Möglichst unverzügliches, vorsichtiges Reponieren des Zahnes in sein Zahnfach. Immobilisation für 2 bis 3 Wochen mittels auf Nachbarzähne ausgedehnter, geklebter Kunststoffschiene! Regelmäßige Nachkontrollen (Vitalitätsproben, Röntgenkontrollen).

Laterale Luxation

Verschiebung des Zahnes in seinem Zahnfach aus seiner Längsachse heraus, häufig in Kombination mit Fraktur des knöchernen Zahnfachs.
Therapie: Möglichst unverzügliches, vorsichtiges Reponieren des Zahnes in sein Zahnfach bei gleichzeitiger Kompression des frakturierten knöchernen Zahnfachs. Immobilisation für 2 bis 3 Wochen mittels auf Nachbarzähne ausgedehnter, geklebter Kunststoffschiene! Regelmäßige Nachkontrollen in den ersten Wochen (3 Wochen nach dem Unfall) und Monaten (nach 3, 6 und 12 Monaten), gefolgt von jährlichen Kontrollen für einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren (Vitalitätsproben, Röntgenkontrollen, Mobiltätstest, Kontrolle von Aufbiss- oder Druckempfindlichkeit) sind aufgrund der Gefahr von Pulplanekrosen und Wurzelresorptionen (intern oder extern) sehr wichtig.

Intrusive Luxation

Verschiebung des Zahnes in sein Zahnfach hinein, in Kombination mit beschädigtem Boden des knöchernen Zahnfachs.
Therapie: Beobachten, ob spontanes Wiedereinstellen des Zahnes in seine ursprüngliche Position erfolgt! Ansonsten kieferorthopädisches Herausbewegen des Zahnes in die gewünschte Position für eine Zeitdauer von 3 bis 4 Wochen! In den meisten Fällen kommt es hierbei zu einer Nekrose der Pulpa in Kombination mit Wurzelresorptionen. Regelmäßige Nachkontrollen in den ersten Wochen (3 Wochen nach dem Unfall) und Monaten (nach 3, 6 und 12 Monaten), gefolgt von jährlichen Kontrollen für einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren sind sehr wichtig!

Totalluxation - Ausgeschlagener Zahn

Durch das Trauma vollständig aus dem knöchernen Zahnfach gelöster Zahn. Entscheidend für die Prognose des Zahnes ist die Zeitdauer, die sich der Zahn ausserhalb der Mundhöhle befindet!!!
Therapie: Ein Austrocknen der Zellen der Wurzelhaut muss unter allen Umständen vermieden werden. Idealerweise sollte der Zahn innerhalb der ersten 15 bis 20 Minuten wieder in sein Zahnfach zurückgesetzt werden!

Ist dies nicht möglich, so sollte der Zahn in einem feuchten Medium aufbewahrt werden. Hierzu geeignet sind in absteigender Präferenz:

So schnell wie möglich Zahnarzt aufsuchen, idealerweise einen Endodontologen!!!

Sofern noch nicht erfolgt, Replantation des Zahnes in Praxis (Zahn, der 1 Stunde außerhalb des Mundes war, zuvor konditionieren).

Schienung des Zahnes für 7 bis 10 Tage mit geklebtem lichthärtendem Kunststoff.

Kontrolle des Zusammenbisses

Antibiotische Abdeckung mit Tetracyclin (500mg, 4 x tgl. 1 Tablette, bzw. bei Kindern abhängig vom Körpergewicht) für 7 Tage

Mit Hausarzt innerhalb von 48 Stunden Tetanusschutz abklären, bzw. auffrischen

Weiche, eiweissreiche Kost und viel Flüssigkeit verordnen

Zahn beim Kauen unbedingt schonen

Bei Zähnen mit noch nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum mögliche Revitalisierung der Pulpa abwarten

Bei Zähnen mit abgeschlossenem Wurzelwachstum nach 1 Woche mit endodontischer Behandlung starten und Wurzelkanal zunächst mit Calciumhydroxid füllen

Nach 6 bis 24 Monaten definitive Wurzelfüllung mit Guttapercha oder Mineral Trioxide Aggregate (Pro Root)

Regelmässige Kontrollen